»Würdest du eine Art retten wollen, die den Planeten, der sie ernährt, fast vollständig ruiniert hat?«, fragt er, und dabei leuchtet ein Feuer in seinen Augen, das ich nicht mehr gesehen habe, seit wir vor all den Jahren hierhergekommen sind. Als Vivian ihn aus der Gosse geholt und ihm eine Aufgabe gegeben hat. Und Macht."
Zitat aus "Eve of Man - Die letzte Frau" von Giovanna & Tom Fletcher , Seite 234


KLAPPENTEXT


"Sie ist die letzte Frau. Das Schicksal der Menschheit liegt in ihren Händen: EVE

Sie ist die Antwort auf alle Gebete der Welt, die Hoffnung auf den Fortbestand der Menschheit: Nach einem halben Jahrhundert wird endlich wieder ein Mädchen geboren - Eve. Isoliert von der Außenwelt wächst sie in einem goldenen Käfig auf. Jetzt, mit 16 Jahren, soll sie aus drei Kandidaten ihren Partner wählen. Eve war sich ihrer Verantwortung immer bewusst und hat widerspruchlos die schwere Bürde für den Fortbestand der Menschheit getragen. Doch nun trifft sie Bram, und die Zweifel an der Aufrichtigkeit der Motive ihrer »Beschützer« wachsen. Eve will die Wahrheit wissen, über die Welt, über ihre Familie, über die Liebe, die sie für Bram fühlt. Sie will Kontrolle über ihr Leben, sie will Freiheit. Doch darf sie für ihr privates Glück die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzen?" [Quelle: dtv Verlag]



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Gelungener Auftakt der Trilogie!

Eve of Man - Die letzte Frau von Giovanna & Tom Fletcher (Band 1) | dtv Verlag | Hardcover 18,95 € | Jugendbuch | Dystopie


„Die letzte Frau“ ist der erste Band der Reihe "Eve of Man" und stammt aus der Feder von Giovanna und Tom Fletcher. Eine spannende Grundidee, interessante Charaktere und ein actionlastigen Finale lassen das Leserherz höherschlagen.

Die Menschheit neigt sich dem Ende zu, denn es scheint, als habe Mutter Natur beschlossen, dass der Mensch seinen Existenzanspruch verloren hat. Niemand kennt die Ursache für das Ausbleiben von weiblichen Babys. Schon seit 50 Jahren erblicken nur noch Jungen das Licht der Welt. Doch dann passiert das Unglaubliche: Nach einem halben Jahrhundert wird ein Mädchen geboren - Eve. Die Augen der gesamten Welt liegen auf der vermeintlichen Retterin der Menschheit. 16 Jahre später soll Eve ihre Rolle erfüllen und muss öffentlich einen von drei Kandidaten wählen, der mit ihr gemeinsam den Fortbestand der Menschheit sichern soll. Mit Eve lebt oder stirbt die gesamte Menschheit - wenn das kein Grund zur Panik ist...  Doch für Eve kommt es noch schlimmer. Sie beginnt Fragen zu stellen und wird dadurch zu einem unkalkulierbaren Risiko für Ihre Beschützer.

Giovanna und Tom Fletcher verstehen es gut, den Leser mitzureißen. Der Schreibstil ist einfach und zugleich noch bildhaft genug, um einzelne Szenen im Kopf zum Leben zu erwecken. Aus meiner Sicht gliedert sich das Buch in drei Teile. Im ersten Abschnitt lernt der Leser Eve und ihr Leben in der Kuppel kennen. Dieser Einstieg ist dem Autorenteam sehr gut gelungen. Besonders die vielen technischen  Elemente dieser Zukunftswelt konnten mich begeistern. Für interessierte Leser gibt es in dieser Hinsicht einiges zu entdecken. Zudem ist es spannend Eve im Alltag zu beobachten, da ihr Leben einige moralische Fragen aufwirft und man nicht anders kann, als darüber nachzudenken. Auch für den Perspektivenwechsel zwischen Eve und Bram gibt es Pluspunkte. Der Leser kann auf diese Weise an den Gedanken und Emotionen der beiden Charaktere teilnehmen und tief in deren Ängste, Hoffnungen und Träume eintauchen. Besonders interessant wird es durch den Kontrast von Eves perfektem Leben in der Kuppel und Brams Leben als Eves Beschützer, der die Wahrheit über die richtige Welt kennt und so einiges an Eves Leben in Frage stellt.

"Was Eve wohl von all dem halten würde, wenn sie es sehen könnte?
Wie muss das für sie sein, wo sie das alles noch gar nicht kennt, jetzt dort oben in der Kuppel unter dem vollkommenen Sternenhimmel? Schon bald wird sie einer von tausend vorprogrammierten Sonnenaufgängen wecken, und wie wird über einen duftig weißen Wolkenteppich hinausblicken. Sie wird weiter glauben, dass die Welt friedlich und wundervoll ist; ihr Glaube an die Menschheit, die sie erretten soll, wird für einen weiteren Tag am Leben erhalten werden."
Zitat aus "Eve of Man - Die letzte Frau" von Giovanna & Tom Fletcher , Seite 33

Der zweite Teil des Buches schwächelt leider etwas. Die Handlung wird stellenweise kaum vorangetrieben, was für ein paar Längen sorgt. Schade fand ich auch, dass der Leser kaum Einblicke in die Außenwelt erhält und erst recht spät in das Schicksal der Menschen außerhalb der Kuppel einbezogen wird. Der dritte Teil des Buches macht die Durststrecke im Mittelteil aber wieder wett. Das Tempo wird stark angezogen und die Handlung punktet mit viel Spannung und actionreichen Szenen. Der letzte Abschnitt ist sehr rasant und hat schon fast das Potenzial für einen Actionfilm. Insgesamt bedient sich das Autorenteam an einigen typischen Elementen der aktuellen Dystopien im Bereich Jugendbuch. Die Umsetzung ist aber trotzdem sehr gut gelungen und konnte mich bis zur letzten Seite mitreißen. Ich für meinen Teil bin absolut begeistert. Nur eine einzige Frage hat mich nicht mehr losgelassen: Warum denken eigentlich alle, dass Eve Mädchen zur Welt bringen kann? Aus meiner Sicht wäre eher Ihre Mutter als Retterin der Menschheit in Frage gekommen. Wer weiß, ob Eve überhaupt das Merkmal besitzt, das bei ihrer Mutter zum Gebären eines Mädchens geführt hat.

"Eve of Man - Die letzte Frau" von Giovanna und Tom Fletcher ist eine gelungene Dystopie mit tollen Charakteren und einem actionlastigen und spannenden Ende des ersten Bandes. Das Autorenteam bedient sich zwar an typischen Elementen aus dem Bereich Jugendliteratur, punktet aber mit einer interessanten Grundidee und einer Thematik, die den Leser auch nach Beendigung der Lektüre noch beschäftigt. Ich freue mich schon sehr darauf zu erfahren, wie es mit Eve im zweiten Band weitergeht. Von mir gibt es für diesen vielversprechenden Reihenauftakt 4,5 Sterne.



Eve of Man - Die letzte Frau von Giovanna & Tom Fletcher
© Zitate, Inhaltsangabe: dtv Verlag
© Umschlaggestaltung: Katharina Netolitzky
© Bild für die Rezension: Eigene Bilder sowie von 123rf: Evgeniya Litovchenko
 




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