„Die Klinge ritzte eine längliche Wunde in ihren linken Unterarm. Ein rotes Rinnsal lief in Richtung Handgelenk. „Sie legte den Ritualdolch beiseite und nahm das Blut mit dem rechten Zeigefinger auf.“
Zitat aus "Aesha - Im Land des Waldes" von Johanna B. Becking


KLAPPENTEXT

"Das Leben führt uns mitunter über verworrene Pfade, doch das Schicksal der jungen Aésha scheint bereits vorbestimmt. Sie soll das Anwesen ihrer verstorbenen Eltern vor dem Verfall bewahren und einen reichen Widerling heiraten, um ihre Zukunft zu sichern. Als sie jedoch in den Sachen ihrer Mutter auf besondere Briefe stößt, treibt es sie raus aus ihrem Heimatdorf mitten in ein Abenteuer. In Elandor findet Aésha nicht nur Lilja, die Verfasserin der Briefe, sondern auch die Wahrheit über ihr Dasein: Aésha ist eine Magierin und noch dazu Nachfahrin der mächtigsten Wächter des Kontinents Isandora. Während sie diese neue Rolle noch zu verstehen versucht, gerät sie allerdings unwissentlich in das Visier des Feindes. Es beginnt ein Kampf um ihr Leben und das der Völker Isandoras …" [Quelle: Hawkify Books]





Trotz kleiner Schwächen ein vielversprechender Reihenauftakt


Aésha 1 - Im Land des Waldes von Johanna B. Becking | Hawkify Books | 380 Seiten | Taschenbuch 14,99 € | Fantasy|


Der Reihenauftakt "Aésha - Im Land des Waldes" stammt aus der Feder von Johanna B. Becking. Dieses Fantasydebüt der Autorin war mir bereits dank des wundervollen Covers aufgefallen, das mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Auch inhaltlich kann sich dieser erste Band sehen lassen.  

Nach dem Tod ihrer Eltern soll die junge Aésha verheiratet werden, doch danach steht ihr so überhaupt nicht der Sinn. Als sie auf alte Briefe ihrer Mutter stößt, steht ihr Entschluss fest: Sie wird heimlich nach Elandor reisen und ihr altes Leben hinter sich lassen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, die das junge Mädchen vor ungeahnte Herausforderungen stellt und viele Gefahren mit sich bringt. Doch die größte Überraschung erlebt Aésha, als sie ihr Ziel endlich erreicht. Denn Aésha ist eine Magierin und scheint gerät unwissentlich in den Fokus ihrer Feinde.

Zu Beginn habe ich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen, ohne dass ich genau definieren kann, woran das lag. Aésha hat mir als Charakter mit ihrer mutigen und willensstarken Art sehr gut gefallen. Auch ihr Reisebegleiter Java hatte bei mir ein Stein im Brett, sowie die bezaubernde Falkendame Maru. Alle weiteren Charaktere waren leider etwas blass, vor allem die Männer. Aber immerhin handelt es sich um ein Debüt und da ist selten alles perfekt. Die Idee und der Aufbau des Buches haben mir auf Anhieb gefallen. Die Reise nach Elandor ist spannend und birgt viele Gefahren. Sie hätte etwas kürzer ausfallen können, jedoch nicht, weil es Durststrecken gab. Tatsächlich habe ich das Buch in kürzester Zeit gelesen. Ab Aéshas Ankunft in Elandor nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf und geht mehr in die Tiefe. Das hatte mir während der Reise etwas gefehlt. In Elandor angekommen erfährt der Leser viel über die Machtverteilung im Land und Diskriminierung von Minderheiten. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen, dass die Autorin in dieser Hinsicht sehr ins Detail gegangen ist. Ich entdecke nicht nur gerne neue Welten, sondern mich interessieren vor allem der gesellschaftliche Aufbau und das Machtgefüge. Dieser Punkt ist in den meisten Jugendfantasybüchern eher ein Schwachpunkt, wohingegen Johanna B. Becking in diesem Bereich glänzt. 

Aésha - Im Land des Waldes“ von Johanna B. Becking ist ein vielversprechender Reihenauftakt, der trotz kleiner Schwächen überzeugen kann. Lügen, Intrigen und Verrat sorgen für überraschende Wendungen und Spannung.  



Aésha - Im Land des Waldes von Johanna B. Becking
© Buchcover, Zitate, Inhaltsangabe: Hawkify Books
© Bilder: Nadine Dzaack