Pheromon - Sie riechen dich von Rainer Wekwerth und Thariot (Band I)
Thienemann-Esslinger Verlag | Taschenbuch 17,00 € | 416 Seiten | Science Fiction Jugendbuch




Stell dir vor, du bist siebzehn Jahre alt. Du stehst vor dem Spiegel und entdeckst in deinen Augen einen goldenen Schimmer, der vorher nicht da war. Aber das ist nicht alles. Plötzlich kannst du die Gefühle der Menschen riechen, brauchst keine Brille mehr und löst die schwierigsten Matheaufgaben im Kopf. Irgendwie cool. Irgendwie verstörend. Noch während du dich fragst, was mit dir los ist, beginnt ein Abenteuer ungeahnten Ausmaßes. Ein Kampf um das Schicksal der ganzen Welt – und du bist mittendrin.







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Geniale Idee und Umsetzung, nur zum Schluss etwas abgedreht


Da ich Science Fiction Jugendbücher sehr gerne lese war ich gespannt auf „Pheromon“ von Rainer Wekwerth und Thariot. Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir sehr gut und auch die Umsetzung ist wirklich gut gelungen.

Der Einstieg in das Buch ist mir dank des angenehm lockeren Schreibstils sehr leicht gefallen. Man taucht direkt in die Geschichte ein und wird von der Handlung mitgerissen. Das Buch ist geteilt in zwei Handlungsstränge. Die Kapitel werden daher abwechselnd aus der Sicht der zwei Hauptprotagonisten erzählt. Im Jahr 2018 beginnt sich der Teenager Jake merkwürdig zu verändern und auch seine Mitschüler benehmen sich zusehends eigenartiger. Im Jahr 2118 behandelt der Arzt Travis ein junges schwangeres Mädchen, deren Daten befremdlich von den Normalwerten abweichen. Jake und Travis begeben sich auf Spurensuche und entdecken ein Geheimnis, das die Erde für immer verändern wird.

Die Protagonisten wurden alle gut ausgearbeitet, wobei Travis und Jake sehr unterschiedlich sind. Jake ist ein typischer Teenager. Er spielt gerne Football und ist niemand, der schnell wegsieht. Genau aus diesem Grund macht er sich auf die Suche nach der Ursache für das sonderbare Verhalten seiner Mitschüler und stolpert dabei über schier unglaubliche Fakten. Travis hingegen ist ein älterer Arzt, der in seinem Leben einen schlimmen Fehler gemacht hat. Der Alkohol wurde lange Zeit zu seinem Rettungsanker, doch im Laufe der Zeit konnte er den Alkoholismus bekämpfen und einen Job im Center für Obdachlose finden. In Lee, einer jungen schwangeren Obdachlosen, sieht er seine Chance, seinen Fehler aus der Vergangenheit wiedergutzumachen. Genau hundert Jahre später als Jake macht sich auch Travis auf die Suche nach Antworten und gerät dabei in das Visier einer gefährlichen Organisation, die die Welt verändern möchte.

Beide Erzählperspektiven haben mir durch den Kontrast der unterschiedlichen Persönlichkeiten von Travis und Jake sehr gut gefallen. Voller Spannung fiebert man mit beiden mit und sucht nach Antworten für die merkwürdigen Ereignisse in den Jahren 2018 und 2118. Die Idee hinter der Geschichte und auch der Zeitunterschied zwischen den Erzählsträngen haben mich sehr angesprochen. Ich wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen und war gespannt, wie die Erzählstränge später zusammenlaufen. Einzig das Ende hat mich doch recht verwirrt zurückgelassen. Das letzte Viertel des Buches punktet zwar mit einer actionreichen und spannenden Handlung, wirkte auf mich im Vergleich zum Rest des Buches aber doch recht abgedreht. Insgesamt bleiben viele Fragen offen, die hoffentlich im zweiten Band beantwortet werden.  




„Pheromon – Sie riechen dich“ ist ein mitreißender Reihen-Auftakt von Rainer Wekwerth und Thariot. Zwei Handlungsstränge, die hundert Jahre auseinander liegen, sorgen für viel Spannung. Wer Jugendbücher mit Science Fiction-Elementen mag, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.





 

4 von 5 Sterne


Pheromon