Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt von Amy Tintera (Band 1)
HarperCollins Germany | Hardcover 16,00 € | 368 Seiten | Fantasy Jugendbuch




Einst waren die vier Königreiche geeint. Nun herrschen Krieg und Zerstörung.

Die Eltern von Emelina, der Prinzessin von Ruina, wurden vom König des Nachbarreiches Lera umgebracht und ihre Schwester verschleppt. Emelina will Vergeltung! Ihr Plan ist so grausam wie genial. Erst tötet sie die Verlobte von Casimir, dem Thronfolger von Lera, dann nimmt sie deren Platz ein. Am Hofe des Feindes will sie den König und alles, was ihm teuer ist, auslöschen – auch Casimir. Aber je mehr Zeit sie mit dem Prinzen verbringt, desto mehr will ihr Herz ihr Vorhaben vereiteln …






Diese Rezension basiert auf einem Rezensionsexemplar, enthält aber meine eigene und freie Meinung.
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Gelungener Reihen-Auftakt – spannend, überraschend und düster


Der Reihen-Auftakt „Die Legende der vier Königreiche – Ungekrönt“ von Amy Tintera war mir bereits in der Verlagsvorschau aufgefallen. Natürlich landete das Buch daraufhin direkt auf meiner Wunschliste. Der Klappentext ließ auf eine spannende Geschichte hoffen und die Umsetzung hat mir wirklich gut gefallen.

Emelina ist die Prinzessin des Königreiches Ruina, doch ihr Leben ist weit entfernt von Luxus und Glamour. Nachdem ihre Eltern ermordet wurden, führt sie ein Leben auf der Flucht. Der König des Nachbarreiches Lera ist der Auslöser für all ihr Leid. Dank ihm hat Emelina keine Eltern mehr und zudem hält er ihre Schwester gefangen, die zur Königin gekrönt werden sollte. Alles in Emelina schreit nach Rache. Als der Kronprinz heiraten soll, tötet Emelina dessen Verlobte auf ihrer Reise nach Lera und nimmt ihren Platz ein. Am Hof des Königs angekommen, arbeitet sie an einem Plan zur Auslöschung der Königsfamilie. Doch nicht alle am Hofe entsprechen Emelinas Feindbild. Prinz Casimir ist völlig anders als sein Vater und Emelina muss sich entscheiden, was ihr wichtiger ist: das Leben ihrer Schwester oder ein fremder Mann, für den sie langsam Gefühle entwickelt.

Der Einstieg in das Buch ist mir dank des anschaulichen Schreibstils von Amy Tintera sehr leicht gefallen. Direkt zu Beginn begleitet man Emelina bei dem Überfall auf die Verlobte von Prinz Casimir. Man landet dadurch zwar direkt mitten im Geschehen, kann sich aber gut orientieren. Der Leser wird sehr früh mit Emelinas Emotionen konfrontiert, die aus Wut und dem unbändigen Wunsch nach Rache bestehen. Nichts erscheint ihr wichtiger, als das Auslöschen der gesamten Königsfamilie von Lera. Selbst an die Befreiung ihrer Schwester denkt sie nicht so oft, wie an ihre Rache an der Königsfamilie. Im Palast von Lera angekommen, verwandelt sich Emelina in eine eiskalte Killerin, die ständig ans Töten denkt. Ehrlich gesagt war mir das schon ein wenig zu viel und ich war irgendwann genervt von ihren ständigen Tötungsfantasien. Diese lassen aber zum Glück stark nach, je länger sie sich im Palast aufhält. Ihre Gedanken und ihr Wunsch nach Rache lassen Emelina recht kalt erscheinen, doch auf der anderen Seite steht sie für die ein, die sie liebt und würde für ihre Familie und Freunde ihr eigenes Leben geben. Emelina ist eine unglaublich starke Protagonistin, die ich gerne auf ihrem Weg begleitet habe. Da sie den Platz von Casimirs Verlobten eingenommen hat, kommt sie dem Prinz im Laufe der Zeit immer näher. Doch Casimir ist ganz anders als sein grausamer Vater und Emelina beginnt langsam Gefühle für ihn zu entwickeln. Casimir war leider nicht so ganz mein Fall. Im Vergleich zu Emelina wirkt er weich und schwach. Auch seine gesamte Einstellung ist etwas naiv, denn als Prinz sollte er gute Einblicke in die politischen Ereignisse haben und in der Lage sein, sich auch ohne Emelinas Hilfe eine eigene Meinung zu bilden. Die Handlung ist spannend und punktet mit überraschenden Wendungen. Besonders gut hat mir die düstere Atmosphäre gefallen, da ich kein Fan von reinen romantischen Liebesgeschichten bin. Ein Teil der Handlung dreht sich um Krieg, Tod und politische Hintergründe. Die Liebesgeschichte verfügt über einige romantische Ansätze, drängt sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund. Die Umsetzung ist insgesamt wirklich gut gelungen. Lediglich in Bezug auf die politischen Hintergründe und die verschiedenen Königreiche hat es mir ein wenig an Tiefe gefehlt. Man sollte an dieser Stelle aber nicht vergessen, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und sich Teenies wahrscheinlich eher weniger für Hintergrundinformationen interessieren.





Der Reihen-Auftakt „Die Legende der vier Königreiche – Ungekrönt“ von Amy Tintera überzeugt trotz kleiner Schwächen. Die Autorin verbindet eine grausame Welt voller Brutalität mit einer Liebesgeschichte, die sich nachvollziehbar entwickelt und nicht zu sehr im Vordergrund steht. Der Geschichte fehlt es zwar mitunter an Tiefe, aber die düstere Atmosphäre und eine spannende Handlung konnten mich mitreißen. Am Ende konnte mich eine Protagonistin besonders überraschen und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.





   4 von 5 Sterne


Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt










 
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