Elfenwächter - Weg des Ordens (Band I) von Carolin Emrich
Sternensand Verlag | eBook 6,99 € | 210 Seiten | Fantasy


Die siebzehnjährige Tris wächst abgeschottet von der Außenwelt in einem Kloster auf – so wie alle Magier des Königreichs Alvid. Ihr Leben ist eintönig, daher wünscht sich die junge Frau nichts sehnlicher, als dem Wächter-Orden anzugehören, um ihre Gabe zum Schutze der Menschen einzusetzen. Als ihr Traum plötzlich in Erfüllung geht, erhält sie von den Wächtern die Aufgabe, die Elfen auszukundschaften. Dieses Volk will sich trotz verlorenem Krieg nicht dem König unterwerfen und überfällt immer wieder die Dörfer in der Nähe seiner Landesgrenze. Selbst überzeugt von den Missetaten dieser Wesen, trifft Tris auf einem Erkundungsritt den Elfen Avathandal, der jedoch gänzlich anders ist, als sie erwartet hat. Als sie sich schließlich in ihn verliebt, ist sie hin- und hergerissen. Mit einem Mal hegt die junge Magierin Zweifel an den Motiven der Wächter. Hat sie sich für die falsche Seite entschieden? Oder ist es Avathandal, der sie täuscht?







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Gelungener Reihenauftakt mit kleinen Schwächen.

Auf „Elfenwächter“ war ich sehr gespannt, da mir bisher alle Fantasybücher des Sternensand Verlags gut gefallen haben. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass mit „Elfenwächter“ ein überzeugendes Debüt der Autorin Carolin Emrich im Verlag erschienen ist. Hier und da gibt es kleine Schwächen, die aber mit Sicherheit beim ersten Buch normal sind. 

Tris ist siebzehn Jahre alt und lebt im Kloster. Die Regeln sind streng und das Leben eintönig und langweilig. Daher setzt Tris alles dran, vom Orden der Wächter aufgenommen zu werden. Als Wächter wäre es ihr erlaubt, ihre magische Gabe einzusetzen um Menschenleben zu retten. Schneller als gedacht geht ihr Wunsch in Erfüllung und Tris befindet sich auf ihrer ersten Mission. Sie soll ein Elfenvolk ausspionieren, das im nahen Wald lebt. Die Elfen weigern sich standhaft, sich dem König zu unterwerfen und überfallen immer wieder Dörfer. Sie begehen Schandtaten an wehrlosen Menschen und es verschwinden sogar Kinder. Während eines Erkundungsrittes trifft Tris auf den Elfen Avathandal, der ihr nicht feindlich gesinnt ist. Schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Tris und dem Elfen. Sie treffen sich immer häufiger und Tris beginnt Gefühle für ihn zu entwickeln. Durch Avathandal erhält die junge Magierin eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge. Doch wem kann Tris trauen? Ihrem Freund bei den Wächtern oder einem völlig fremden Elfen? Schon bald ist sie gefangen zwischen Lügen, Verrat und Intrigen.

Der Einstieg in das Buch ist mir dank des angenehmen Schreibstils sehr leicht gefallen. Das Buch liest sich flüssig und durch den detaillierten Schreibstil entstehen sofort Bilder im Kopf. Man kann sich alle Charaktere und Orte gut vorstellen. Besonders gut haben mir der Wald und die Siedlung der Elfen gefallen. Auch die Charaktere wurden schön ausgearbeitet. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten und sind nicht auf den ersten Blick durchschaubar. Tris mochte ich von Anfang an. Sie ist eine sehr sympathische Protagonistin, mit der man gut mitfühlen kann. Durch ihre natürliche und unkomplizierte Art macht sie es dem Leser einfach, sich mit ihr zu identifizieren. Bei dem Elfen Avathandal war ich wie Tris lange Zeit nicht sicher, woran ich bei ihm bin. Ich denke das war von der Autorin auch so beabsichtigt und macht einen Teil der Spannung aus. Insgesamt verläuft die Handlung eher ruhig. Es gibt immer wieder spannende Stellen, aber mir persönlich fehlte noch das gewisse Etwas, wodurch mich die Story richtig gepackt hätte. Trotzdem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen und war gespannt, wer wohl wirklich die Bösen sind – Elfen oder Wächter. Das Buch endet mitten in der Geschichte und verspricht eine spannende Fortsetzung im nächsten Band.


„Elfenwächter - Der Weg des Ordens“ ist ein gelungener Reihenauftakt von Carolin Emrich. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und die Charaktere wurden schön ausgearbeitet. Nur der Punkt Spannung bietet noch Potenzial nach oben. Obwohl sich das Buch zu keinem Zeitpunkt gezogen hat, hätte ich mir ein wenig mehr überraschende Wendungen gewünscht.