[REZENSION] Ricky Meinfeldt - Einsamer Wahn





Autor:    
Julia Meyer
Reihe:Ricky Meinfeldt
Titel:Einsamer Wahn
Format:Taschenbuch
Seiten:286 Seiten
Genre:Hardcore Psychothriller
ISBN:978-1495202551
Preis:8,99 € (eBook 2,99 €)



Inhalt:

"OHNE DIE LIEBE KEIMT DAS BÖSE" Der psychisch labile Ricky wird nach einem Familiendrama von einem reichen Ehepaar adoptiert. Aber auch der größte Luxus kann die Leere in ihm nicht auffüllen. Als seine neuen Eltern überraschend ums Leben kommen, verliert Ricky den letzten Halt im Leben. Aus tiefer Einsamkeit wird Wut. Sehr bald schreckt Ricky auch vor Mord nicht mehr zurück, und es gibt nur einen Menschen, der ihn vielleicht noch in seinem Wahn stoppen kann ...


Meine Meinung zum Buch:

"Ricky Meinfeldt - Einsamer Wahn" von Julia Meyer war mir durch eine Leserunde aufgefallen. Der Klappentext hatte mich sofort angesprochen und ich war sehr neugierig darauf zu erfahren, wie aus einem unschuldigen Kind ein grausamer Serienmörder wird.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Man lernt Ricky zuerst als erwachsenen Menschen kennen. Nach und nach erfährt man durch Rückblenden und Erinnerungen, was ihm als Kind und Teenager wiederfahren ist. Bereits in seiner Kindheit musste Ricky schlimme Dinge über sich ergehen lassen. Sein Vater ist ein gewalttätiger Alkoholiker und seine Mutter ist unterwürfig und nicht in der Lage, sich ihrem Mann zu wiedersetzen. Schläge und Vergewaltigung der Mutter gehören zum Alltag. Irgendwann eskaliert ein Gewaltausbruch des Vaters völlig. Ricky muss mitansehen, wie seine Schwester mit Alkohol übergossen in Flammen aufgeht. Bei dem Versuch Lisa zu retten, wird Ricky schwer an den Armen verletzt. Böse Brandnarben ziehen sich quer über seine kompletten Arme. Seine Mutter landet in der Nervenheilanstalt, während Ricky in ein Waisenhaus gebracht wird. Doch er hat unsagbares Glück. Ein reiches Ehepaar adoptiert den Jungen. Bei den Meinfeldts beginnt für Ricky ein neues Leben. Während sich seine Zieheltern liebevoll um ihn kümmern, verblassen die Erinnerungen an sein altes Leben immer mehr. Doch die Meinfeldts sind geblendet von ihrem Reichtum und sehen nicht, dass sie Ricky in einen goldenen Käfig sperren und er durch ihr Verhalten Probleme bekommt. Ricky ist ein ruhiges, unterwürfiges Kind, das den Meinfeldts immer alles recht machen möchte. Schnell hat er den Ruf eines Strebers und das Geld seiner Zieheltern tut sein Übriges. Von seinen Mitschülern wird er beneidet und gehasst. Mobbing steht für Ricky an der Tagesordnung. Lieb, wie er ist, kann er sich nicht wehren und möchte um keinen Preis der Welt, dass die Meinfeldts von seinen Problemen erfahren. Denn sie sind die einzigen Menschen auf der Welt, die ihm das schenken, was er sich so sehnlichst wünscht: Liebe. Als seine Zieheltern eines Tages bei einem Unfall ums Leben kommen, bricht Rickys ganze Welt zusammen. Er ist ganz alleine auf der Wet, ohne einen Freund, ohne eine Person, die ihn liebt. Doch wieder scheint sich alles zum Guten zu fügen. Er trifft seine Jugendliebe Marlene wieder und die beiden werden ein Paar. Rickys Leben scheint perfekt zu sein. Doch mit der Zeit beginnt Marlene sich zu verändern. Sie wird gemein und hinterhältig, obwohl Ricky ihr die Welt zu Füßen legt. Dass er sie in den gleichen goldenen Käfig sperrt, wie die Meinfeldts es mit ihm getan haben, kommt ihm nicht in den Sinn. Und so kommt es, wie es kommen musste. Marlene trennt sich von ihm und wieder bricht Rickys Welt zusammen. Als er den Grund erfährt, bringt in das fast um den Verstand. Wut und Trauer werden sein ständiger Begleiter, bis er im Affekt schließlich seinen ersten Mord begeht. Von da an gibt es kein Halten mehr. Was als Rache an seinen Peinigern began, endet schließlich in einer regelrechten Sucht nach dem Töten.

Julia Meyer zeigt mit ihrem Werk, was mit Kindern passieren kann, die von der Geselschaft geächtet werden. In Rickys Leben gab es einige Kreuzungen, an denen sein Leben anders verlaufen wäre, wenn sich sein Umfeld besser verhalten hätte. Doch durch alle Verkettungen wurde ein wahres Monster erschaffen. Denn Ricky ist nichts anderes. Selbst als er irgendwann erkennt, dass er wie sein Vater geworden ist, kann ihn diese Erkenntnis nicht mehr aufhalten. Der Weg eines lieben, ruhigen Kindes über einen traurigen, gebrochenen Mann bis hin zum brutalen Serienmörder wurde gut umgesetzt und war nachvollziehbar. Während man lange Zeit als Leser noch Mitleid mit Ricky hatte, wandelt sich dieses im Laufe der Zeit in Entsetzen, in Ekel und anschließend in Hass und Abscheu. Der Schreibstil von Julia Meyer ist teilweise sehr detailiert und hat mir Bilder beschert, die ich lieber nicht sehen wollte. Die Morde von Ricky werden immer brutaler, blutrünstiger und ekelhafter. Zum Schluss war es schon etwas zu heftig. Bei einer Szene wurde mir ehrlich gesagt auch echt flau im Magen, obwohl mich bei Büchern sonst nicht so schnell etwas mitnimmt. Gegen einige Szenen ist Schweigen der Lämmer ein Kinderbuch. Das Buch ist spannend bis zum Schluß. Ich konnte es trotz der fiesen Szenen kaum aus der Hand legen und bin schon gespannt auf den Folgeband.


Fazit:

Ein interessanter Einblick in die Seele eines Serienmörders - überzeugend umgesetzt und sehr spannend, aber definitiv nichts für schwache Nerven.



Meine Bewertung:

Schreibstil:4,5 Punkte
Geschichte:4,0 Punkte
Charaktere:5,0 Punkte



Gesamt:
4,5 von 5 Eulen



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