The School for Good and Evil - Es kann nur eine geben





Autor:    
Soman Chainani
Reihe:The School for Good and Evil
Titel:Es kann nur eine geben 
Format:Hardcover
Seiten:512 Seiten
Genre:Jugendbuch / Märchen
VerlagRavensburger Buchverlag
ISBN:978-3473401277
Preis: 16,99 € (eBook 14,99 €)




Auf der Schule der Guten und der Schule der Bösen werden Jugendliche für ihre spätere Karriere in einem Märchen ausgebildet: als Helden und Prinzessinnen oder aber als Schurken und Hexen. Sophie träumt seit Jahren davon, Prinzessin zu werden. Ihre Freundin Agatha dagegen scheint mit ihrem etwas düsteren Wesen für die entgegengesetzte Laufbahn vorbestimmt. Doch das Schicksal entscheidet anders und stellt die Freundschaft der Mädchen auf eine harte Probe ...










Auf "The School for Good and Evil" hatte ich mich besonders gefreut. Ich liebe Märchen und dieses Buch hat mich besonders gereizt, da der Autor seine Doktorarbeit an Harvard über Märchen und die Frage, warum in jeder Prinzessin auch ein bisschen Hexe steckt und warum in jeder Hexe auch ein bisschen Prinzessin steckt, geschrieben hat. Ich war gespannt darauf, wie dieses Thema in einem Jugendbuch umgesetzt wird. Und ich wurde nicht enttäuscht. "The School for Good and Evil" ist ein wahrhaft märchenhaftes Buch, das die klassischen Normen von Märchen sprengt. Auch die Aufmachung des Hardcovers ist märchenhaft. Direkt am Anfang des Buches findet sich eine wunderschön illustrierte Karte der Schule. "The School for Good and Evil" wurde wirklich mit viel Liebe gestaltet. Zwischendurch findet man immer wieder kleine Illustrationen, die das Buch lebendig machen.

Sophie und Agatha leben in dem kleinen Dorf Galvadon. Seit 200 Jahren verschwinden in dem Dorf immer wieder zwei Kinder auf einmal. Eines ist gut und schön, das andere garstig und häßlich. Nun greift die Angst in Galvadon wieder um sich, denn schon in der nächsten Nacht ist es wieder soweit. Die Entführung steht kurz bevor. Während Sophie sich absolut sicher ist, dass sie als Prinzessin ausgewählt wird, glaubt Agatha nicht im Geringsten an das Märchen von der Schule für Gut und Böse. Doch in der kommenden Nacht muss sie sich eines besseren belehren lassen. Denn sie und Sophie wurden vom Schulmeister ausgewählt und landen kurze Zeit später tatsächlich in der Schule für Gut und Böse. Doch es passiert etwas Schreckliches. Sophie landet in Böse und Aggie in Gut. Sophie ist sich sicher, dass da ein fataler Irrtum vorliegt und setzt alles daran, dass sie und Agatha ihre Plätze tauschen. Die beiden Protagonistinnen Sophie und Agatha, kurz Aggie, haben mir beide gut gefallen. Über Sophie musste ich oft lachen. Ihre Gedankengänge sind manchmal wirklich schräg. Sie richtet ihr ganzes Leben danach aus, eine Prinzessin zu werden, muss sich dafür aber unwahrscheinlich anstrengen. Man hat sofort den Eindruck, dass sie vielleicht wirklich nicht zu den Guten gehört, da sie sich richtig dazu zwingen muss, Gutes zu tun. Bei ihren "guten Taten" denkt sie dann auch nicht darüber nach, was die Menschen wirklich brauchen. Sie schließt nur von sich selbst auf andere. Trotz ihres egoistischen Wesens tat sie mir ziemlich leid, als sie den Bösen zugeordnet wurde. Ich hatte anfangs nicht den Eindruck, dass sie ein schwarzes Herz hat. Doch nach und nach beginnt Sophie ihr wahres Ich zu zeigen. Aggie hingegen war mir von Anfang an richtig sympathisch mit ihrer ruppigen Art. Obwohl sie etwas kratzbürstig ist, sorgt sich doch sehr um Sophie und setzt alles daran, Sophie zu retten und sie beide nach Hause zu bringen. Sie scheint ein gutes Herz zu haben und passt daher zu den Guten, auch wenn ihr Äußeres nicht danach aussieht. Interessant fand ich die Darstellung von Gut und Böse in der Schule. Alle Klischees werden bedient und sogar noch ein wenig überzogen. Manchmal musste ich wirklich laut lachen, wie bei den Unterrichtsfächern und Büchern. Garstrifizierung, Der Weg zu wahrer Schönheit, Kleiner Leitfaden für Mord und Totschlag, Wie man kleine Kinder kocht (mit neuen Rezepten). Einfach herrlich!

Beim Lesen erkennt man relativ schnell, dass die Welt sich nicht einfach in Schwarz und Weiß, Gut und Böse einteilen lässt. Die Guten, in der Schule die "Immer", sind teilweise sehr arrogant, oberflächlich und selbstgefällig. Auch bei den Bösen, den "Nimmer", gibt es Abweichungen. Nicht alle sind so böse, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Frage nach Gut und Böse zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Ist Sophie nun gut oder böse? Wurden sie und Aggie wirklich vertauscht? Könnte Aggie doch die Böse sein? Fragen, die man bis kurz vor dem Ende des Buches nicht hundertprozentig beantworten kann. Die Idee des Buches konnte mich absolut begeistern! Der Autor hat etwas völlig Neues erschaffen, dass sich mit keinem anderen Buch vergleichen lässt. Der Sprachstil des Autors Soman Chainani ist flüssig und sehr bildhaft. Dieses Buch zaubert wirklich märchenhafte Bilder in die Köpfe der Leser. Die detailreichen Beschreibungen lassen im Kopf sofort alle erdenklichen Bilder entstehen. Man sieht die Schule direkt vor sich. Den Turm der Immer in all seiner Schönheit und den furchterregenden Turm der Nimmer mit all seinen schrecklichen Überraschungen. Die bildgewaltige Erzählweise hat mich richtig mitgerissen. Ich konnte überhaupt nicht genung davon bekommen. Insgesamt erscheint die komplette Story etwas unstrukturiert, als wenn der Autor beim Schreiben selber noch nicht genau wusste, in welche Richtung sich das Buch entwickeln soll. Auf diese Weise wurde aber auch Spannung erzeugt. Denn der Leser kann nie sicher sein, was ihn als nächstes erwartet. Der Verlauf der Geschichte war zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar.

Die Protagonistinnen Sophie und Agatha wurden toll ausgearbeitet. Leider bleiben andere Charaktere dabei etwas auf der Strecke und wirken zu blass, wie der Prinz Tedros. Es macht eigentlich den Eindruck, als wenn er für den weiteren Verlauf der Geschichte wichtig ist. Aber leider konnte ich mit ihm nicht warm werden. An dieser Stelle hätte ich mir ein wenig mehr Ausarbeitung des Charakters gewünscht. Auch die Handlungen der Nebencharaktere waren nicht immer glaubwürdig. An dieser Stelle besteht auf jeden Fall noch Potenzial nach oben. Das Ende des Buches war absolut klasse. Nichts war so, wie ich es erwartet hatte. Ein wenig verrückt und verworren, aber sehr spannend. Der Chliffhanger ist eine Meisterleistung. Richtig fies! Ich hoffe Teil 2 erscheint bald auch bei uns. Ich bin schon wahnsinnig gepannt darauf, wie es weitergeht!


Ein Märchen, das kein Märchen ist - bildgewaltig, ideenreich und unvergleichbar. Ein wenig unstrukturiert, aber absolut überzeugend.




4,3 von 5,0 Sterne






Anmerkung: Hinter dem verwendeten Verlinkungen stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms.
Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.

1 Kommentar:

  1. Hey meine Liebe,

    ich habe dieses Buch zwar schon öfters gesehen, aber irgendwie dennoch nicht auf den Schirm gehabt. Jetzt lese ich bei dir gerade, dass es etwas mit Märchen zutun hat. Ich liebe Märchen, also landet es gleich mal auf meiner WuLi. *ggg*

    Liebe Grüße,
    Ruby

    AntwortenLöschen