[REZENSION] Die Prophezeihung der Hawkweed von Irena Brignull




Zwei Mädchen. Zwei Welten. Eine Prophezeiung.

Ember und Poppy kommen in derselben finsteren Gewitternacht in weit voneinander entfernten Teilen des Landes zur Welt. Durch einen mächtigen Fluch werden sie noch in der Sekunde ihrer Geburt vertauscht. So wächst das Mädchen Ember in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy, die Hexe, in einer Kleinstadt in England. Doch Poppy fliegt von jeder Schule, weil ihr dauernd seltsame Dinge passieren: Wenn sie wütend wird, zerspringen in ihrer Nähe Fensterscheiben oder Dinge fliegen durch den Raum. Ihre Mitschüler halten sie für einen Freak, und Poppys einzige Freunde sind die Katzen. Nur draußen vor der Stadt fühlt sie sich wirklich frei. Ember hingegen hat keine Ahnung, wie man die Kräfte der Natur heraufbeschwört oder einen Zauber ausspricht, und für das Leben im Wald bei den Frauen des Hexen-Clans ist sie zu zart und verletzlich. Immer und überall spüren die beiden, dass sie anders sind und nicht dazugehören. Doch von der uralten Prophezeiung, die ihr Schicksal bestimmt, ahnen sie nichts. Erst als sie sich eines Tages gegenüberstehen, wissen sie, dass es einen Ort geben muss, an dem sie glücklich sind. Und dass es höchste Zeit ist, für dieses Glück zu kämpfen. Denn in irgendeiner Stadt im Süden ist Embers leibliche Mum gerade dabei, den Verstand zu verlieren. Und in den Wäldern im Norden formieren sich die Hexenclans für die letzte Schlacht um den Thron.








Schöne Geschichte über das Erwachsenwerden, verpackt als modernes Märchen


Der Klappentext von „Die Prophezeihung der Hawkweed“ hatte mich auf Anhieb neugierig gemacht. Ich liebe Jugendbücher mit märchenhaften Elementen und war daher gespannt auf die Umsetzung. Die Autorin Irena Brignull konnte mich mit diesem Buch auf ganzer Linie überzeugen. Obwohl die Geschichte sehr ruhig ist, hat mir das Lesen großen Spaß gemacht. Für junge Erwachsene und Erwachsene könnte die Geschichte zu ruhig sein, aber im Hinblick auf die Zielgruppe von ab 12 Jahren ist das völlig in Ordnung.

Seit ihrer Geburt sind die beiden Mädchen Ember und Poppy Opfer eines bösen Fluchs, denn sie wurden vertauscht. Während die junge Hexe Poppy in einer beschaulichen Kleinstadt in England aufwächst, muss sich das Menschenmädchen Ember in der Hexenwelt durchschlagen. So kommt es, dass Ember die schlechteste Hexe ihres Clans ist. Poppy hingegen passieren immer wieder unheimliche Dinge. Wenn sie wütend wird, geschehen merkwürdige Unfälle, bei denen ihre Peiniger in Mitleidenschaft gezogen werden. Poppy ahnt nichts von ihrer magischen Abstammung. Erst als sich Ember und Poppy eines Tages begegnen, lernen sie beide Welten kennen. Poppy fühlt sich direkt zu allen Dingen rund um Hexen, Zaubertränke und Formeln hingezogen, während Ember mit viel Freude die Menschenwelt erkundet. Sie stellen fest, dass sie sich in der eigenen Welt nicht mehr heimisch fühlen und beschließen, für ihr Glück zu kämpfen. Doch zur gleichen Zeit formieren sich verschiedene Hexenclans für einen Krieg um die Herrschaft.

Der Einstieg in das Buch ist mir dank des angenehmen Schreibstils von Irena Brignull sehr leicht gefallen. Die Geschichte liest sich unheimlich flüssig und schnell, sodass ich das Buch an einem Tag ausgelesen hatte. Die Charaktere wurden sehr schön ausgearbeitet. Poppy war mir mit ihrer frechen und aufbrausenden Art von Anfang an sympathisch und ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Ember ist das genaue Gegenteil von Poppy: Ruhig, zurückhaltend und unauffällig. Die Gegensätzlichkeit der zwei Mädchen wurde sehr gut dargestellt und ich hatte Poppy und Ember direkt vor den Augen. Die anderen Charaktere blieben relativ blass, was mich bei diesem Buch nicht gestört hat. Die Geschichte erinnert mich an ein modernes Märchen. Es gibt ein oder zwei grausame Szenen und es werden wichtige Werte vermittelt. Verpackt in einer märchenhaften Geschichte spricht die Autorin Themen wie Erwachsenwerden, Freundschaft, Loyalität und Liebe an. Das Erzähltempo ist sehr ruhig und das Buch kommt ohne actionreiche Szenen oder überraschende Wendungen aus. Insgesamt ist die Geschichte recht vorhersehbar, was ich normalerweise absolut nicht mag. Aber irgendwie hat mich die Geschichte von Poppy trotzdem in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Das lag zum einen daran, dass ich Poppy unglaublich gerne mag und zum anderen an dem leicht märchenhaften Stil, der mir sehr gut gefallen hat. Die Zielgruppe würde ich (mit Ausnahme einiger Szenen) eher auf ab 12 Jahre ansetzen. Gerade für jüngere Leser eignet sich das Buch wirklich gut, da es Werte vermittelt, die geschickt in einem modernen Märchen verpackt sind. Im Vordergrund der Geschichte steht ganz klar die Entwicklung der beiden Mädchen. Die Liebesgeschichte würde ich im ersten und letzten Drittel des Buches als sehr dezent bezeichnen. Im Mittelteil ist es allerdings ein ziemliches Hin- und Her, da Poppy sich nicht entscheiden kann. Verzichtet sie zugunsten einer Freudschaft auf die Liebe? Oder ist ihr Herz stärker als ihr Verstand? Das Buch ist abgeschlossen, bietet aber durchaus noch Potenzial für einen Folgeband.





„Die Prophezeihung der Hawkweed“ von Irena Brignull ist eine sehr ruhige Geschichte über das Erwachsenwerden. Hinter dem süßen Cover versteckt sich ein modernes Märchen über eine Hexe, die inmitten von Intrigen ihren eigenen Weg finden muss. Verpackt in eine märchenhafte Geschichte spricht die Autorin Themen wie Erwachsen werden, Freundschaft, Loyalität und Liebe an.





5 von 5 Sterne













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