[REZENSION] Joli Rouge von Alexandra Fischer




Ein historischer Roman über eine der wenigen Piratinnen, die in diesen harten Zeiten überleben konnte.

»Ich werde niemals einen Mann heiraten, der über mich befiehlt«, schmetterte Jacquotte ihm entgegen. »Ebenso wenig wie ich jemals einen Mann heiraten werde, über den ich zu befehlen vermag.« La Española, 1656: Das Gesicht der Westindischen Inseln beginnt sich zu verändern. Einst von Spanien dominiert, beginnen sich die Mächte mit den eintreffenden Seefahrernationen England, Frankreich und Holland zu verschieben. Es ist die Welt der Bukaniere, in der die junge Jacquotte Delahaye aufwächst. Eine Welt der Männer, wie sie sehr bald feststellt, beherrscht von der Bruderschaft der Küste, die nach ihren eigenen Regeln lebt und in der Frauen nicht erwünscht sind. Mit dem ihr eigenen Stolz stellt sie sich den Herausforderungen dieser unsteten Zeit, in der man nur selbstbestimmt leben kann, wenn man ein Mann ist. Wird es ihr gelingen, der Bruderschaft beizutreten und ihren eigenen Weg zu gehen? 















Leider geht die Hauptstory in der Vielzahl an Fakten und politischen Verstrickungen unter


Mit Joli Rouge ist ein weiteres Buch aus dem Drachenmond Verlag bei mir eingezogen. Früher habe ich fast nur historische Romane gelesen. Daher habe ich mich umso mehr auf das Piratenabenteuer in La Espagnola gefreut. Die Thematik ist in dieser Form sehr interessant und für ein Buch noch sehr unverbraucht. Zudem liebe ich starke weibliche Protagonisten. Leider hatte ich Probleme mit der Vielzahl an Charakteren. Ich konnte sie lange Zeit nicht richtig auseinanderhalten, weil man mit Fakten und Namen ein wenig überfrachtet wird.

Jacquotte Delahaye lebt auf der Westindischen Insel „La Española“ (Hispaniola). Sie wächst in einer reinen Männerwelt auf, der Welt der Bukaniere und Filbustiere. Diese sind keine Piraten in dem Sinne, sondern gelten als Kapernfahrer, die im Auftrag einer Regierung plündern. Schon früh lernt Jacquotte zu kämpfen und auf sich selbst aufzupassen. Ihre Rolle als Frau will sie nicht akzeptieren. Ihr Wunsch ist es, in die „Bruderschaft der Küste“ aufgenommen zu werden. Durch eine List gelingt es ihr, die Bruderschaft zu täuschen und ein Mitglied der Freibeuter zu werden. Doch mit ihrem Täuschungsmanöver schafft sie sich einen furchtbaren Feind: Den mächtigen und einflussreichen Freibeuter Michel d'Artigue (Michel le Basque). Eine Weile scheint alles in Ordnung zu sein. Jacquotte erkämpft sich ihren Platz in der Männerwelt sehr hart und verdient sich so den Respekt vieler Freibeuter. Ihr Ruf als rote Peitsche eilt ihr weit voraus, doch Michel d'Artigue hat seine eigenen Pläne mit Jacquotte.

Der Einstieg in das Buch ist mir wesentlich schwerer gefallen, als bei anderen historischen Romanen. Man befand sich direkt inmitten einer fremden Welt und musste sich orientieren und an die ganzen neuen Begriffe gewöhnen. Zudem hatte ich das Gefühl, zu Beginn der Geschichte von Namen, Begriffen und Fakten regelrecht überrollt zu werden. Es war einfach unheimlich viel, in das man sich reindenken musste. Die Geschichte von Jacquotte hat mir vom Thema und Setting her unheimlich gut gefallen. Mir persönlich waren es nur zu viele Blickwinkel, die nicht direkt etwas mit der Hauptprotagonistin zu tun hatten. Dadurch fehlte mir ein roter Faden und die Geschichte hat sich immer wieder in politischen Verstrickungen verloren. Die politischen Machtverhältnisse sind durchaus wichtig für die Story, nur geht die Menge an Informationen sehr zu Lasten der Geschichte von Jacquotte. Insgesamt ist die Hauptstory etwas mit Fakten überfrachtet, was bei mir dazu geführt hat, dass sich das Lesen unheimlich gezogen hat. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn man die politischen Wirrungen mit Jacquottes Augen gesehen hätte und ihre Gedanken dazu kennen würde. Doch auf diese Weise wirkt die Geschichte auf mich sehr sachlich. Ich lese historische Romane wirklich gerne und man erkennt auch durchaus sehr gute Ansätze, aber insgesamt konnte mich die Story leider nicht mitreißen. Es gab kaum Spannungsspitzen und wenn Spannung aufgebaut wurde, ist diese sehr schnell wieder verpufft. Historisch kenne ich mich mit der Thematik nicht aus, aber es wirkt so, als hätte die Autorin sehr detailliert recherchiert. Man merkt, wie viel Herzblut in dem historischen Teil der Geschichte steckt. Daher tut es mir umso mehr leid, dass mich der Rest der Geschichte nicht überzeugen konnte.




„Joli Rouge“ von Alexandra Fischer konnte mich leider nicht überzeugen. Obwohl die Thematik interessant ist und man gute Ansätze erkennen kann, geht die Hauptstory in der Vielzahl von Fakten und politischen Wirrungen oft einfach unter. Auch Spannung wurde kaum aufgebaut, wodurch es mir sehr schwer gefallen ist, an dem Buch dranzubleiben und weiterzulesen. Die Geschichte wurde anscheinend sehr detailliert recherchiert, weshalb es mir umso mehr leid tut, dass mich das Buch nicht überzeugen konnte.





2 von 5 Sterne
















Anmerkung: Hinter dem verwendeten Verlinkungen stecken Affiliate-Links des Amazon Partnerprogramms.
Nach §6 TMG ist kommerzieller Inhalt zu kennzeichnen.

Kommentare:

  1. Vielleicht auch nicht weiter schlimm. Es werden noch mehr Pritatinnen-Bücher kommen1

    AntwortenLöschen
  2. Hey Süße,

    ich habe dieses Buch auch erst überlegt zu lesen, bin dann aber wegen dem historischen Hintergrund abgesprungen. Jetzt bin ich gerade froh drum. Dennoch sehr schade, dass es dich nicht so begeistern konnte. :(

    Liebe Grüße,
    Ruby

    AntwortenLöschen
  3. Ahoy,

    ach schade, dass dich die Geschichte nicht so mitreißen konnte, denn mich konnte dieses Buch durch und durch begeistern und es wird definitiv mein Monatshighlight ♥
    Diesen wahnsinnig aufreibenden Charaktere, Jacquottes Stärke... und vor allem: Tête-de-mort! Ich finde ihn einfach großartig und hach, er konnte mich auch sooooo berühren *-*

    Ich lasse dir dann mal liebste Grüße zum Wochenende und ganz frech auch noch meinen Link da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/01/joli-rouge.html

    AntwortenLöschen