[REZENSION] Die Schwelle - Vermächtnis der Hüter




 
"Du lügst! Warum tust du mir das an? Weil du mir die Wahrheit niemals glauben würdest!"

Carolina Jara wäre die perfekte Mutter für seinen Erben, hätte Dareios sich nicht Hals über Kopf in sie verliebt. Die attraktive Magiestudentin darf ihm auf keinen Fall in die Zwischenwelt folgen. Denn dort, in einer Welt ohne Zeit und ohne Leben, bekämpft Dareios verstorbene Magier, die nur ein Ziel kennen: Sie müssen den Hüter und seinen Erben vernichten, um bis in alle Ewigkeit dem Jenseits zu entfliehen. Doch Dareios kann Carolina nicht loslassen. Verzweifelt begeht er den schlimmsten Fehler seines Lebens: Er zeigt ihr den Weg in die Zwischenwelt und sie stolpert mitten hinein.









Auf Die Idee, dass es eine Welt zwischen dem Diesseits und dem Jenseits gibt, hat mich von Anfang an fasziniert. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich neugierig darauf, wie die Autorin sich ihre Zwischenwelt vorstellt. Tatsächlich ist die Welt Cascavel völlig anders als erwartet. Isabelle Benz hat durch ihren Weltenentwurf etwas ganz Eigenes geschaffen.

Dareios ist der Hüter der Zwischenwelt Cascavel. Seine Aufgabe ist es, verstorbene Magier zu bekämpfen und ins Jenseits weiterzuschicken. Oberste Priorität hat für jeden Hüter das Fortführen seiner Linie, da ein Leben ohne Hüter den Untergang von Cascavel bedeuten würde. Daher begibt sich Dareios ins Diesseits und macht sich auf die Suche nach einer Frau und Mutter seines Erben. Dabei trifft er auf Carolina Jara, die perfekt zu sein scheint. Schnell verliebt sich Dareios in die junge Magiestudentin und macht bald darauf einen fatalen Fehler: Unbeabsichtigt bringt er Carolina in die Zwischenwelt Cascavel, wo sie von dieser Sekunde an gefangen gehalten wird, da sie die Welt nicht mehr lebend verlassen kann. Aus der beginnenden Liebe wird Hass und alles scheint verloren.

Der Einstieg in das Buch ist mir anfangs nicht ganz so leicht gefallen, da man mit vielen neuen Begriffen konfrontiert wird, die man erst einmal nicht einordnen kann. Erst nach dem ersten Viertel der Geschichte kam ich besser mit. Daher sollte der Leser ein wenig Geduld mitbringen. Dafür ist die Zwischenwelt Cascavel umso faszinierender. Sie ist völlig anders, als ich mir eine Zwischenwelt vorgestellt habe. Düster, mit eigenen Regeln und lebendigen Toten, die sich in mörderische Tiere verwandeln. Das Leben in Cascavel ist ein einziger langer Kampf. Jeden Tag werden es mehr lebende Tote, die von Dareios bekämpft und ins Jenseits geschickt werden müssen. Je länger er auf der Suche nach einer Frau im Diesseits verweilt, umso schlimmer wird die Lage in Cascavel. Doch die Suche nach einer geeigneten Frau ist nicht ganz so einfach, wie Dareios es sich vorgestellt hatte.

Da Dareios selten im Diesseits unterwegs ist, kommt er im normalen Leben auf der Suche nach einer Mutter für den nächsten Hüter nicht besonders gut zurecht. Er hat nicht die geringste Ahnung, wie er ein Mädchen kennenlernen soll und wie er anschließend am schnellsten an ein Kind kommt. Denn welche Frau lässt sich schon kurz nach dem Kennenlernen schwängern. Dadurch entstehen eine Reihe von lustigen Szenen, die mich schmunzeln ließen. Schließlich findet Dareios die Magiestudentin Carolina. Doch dann geschieht das Unfassbare: Ungewollt bringt Dareios Carolina nach Cascavel. Natürlich glaubt Carolina Dareios kein Wort und hält ihn für einen Entführer. Ihre beginnende Liebe wandelt sich zu schwärendem Hass. Leider beginnt sich Carolina in Cascavel sehr zu ihrem Nachteil zu verändern. Anstatt das Beste aus der Situation zu machen wird sie zickig, bockig und stur. Manchmal wollte ich sie einfach nur schütteln. Leider hat sie während ihrer Zeit in Cascavel bei mir alle Sympathiepunkte verloren. Dareios hingegen mochte ich von Anfang an. Er ist wahnsinnig unbeholfen im Umgang mit Frauen und stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste. Zu Beginn verläuft das Erzähltempo recht träge, steigert sich aber mit der Ankunft von Carolina in Cascavel. Gerade am Anfang hätte ich mir weniger neue Begriffe und dafür ein wenig mehr Spannung im Diesseits gewünscht, doch der Weltenentwurf macht die Schwäche im Spannungsbogen wieder wett. Insgesant ist "Die Schwelle - Das Vermächtnis der Hüter" ein lesenswertes Fantasybuch mit ungewöhnlichem Weltenentwurf und einem sympathischen Protagonisten, über den man immer wieder lachen kann.





Die von Isabelle Benz erschaffene Welt Cascavel ist absolut einmalig. Zu Beginn fällt es etwas schwer, mit all den neuen Begriffen mitzuhalten. Ist man einmal richtig in der Geschichte angekommen, gibt es in Cascavel einiges zu entdecken. Mit ihren eigenen Regeln, Wesen und magischen Gegenständen ist die Zwischenwelt Cascavel ein faszinierender und einzigartiger Schauplatz, der viel Potenzial bietet für weitere Bände. 



Schreibstil:4,0 Punkte
Geschichte:4,0 Punkte
Charaktere:3,0 Punkte



3,6 von 5 Sterne




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