[REZENSION] Im Schatten der Königin


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Autor:    
Elizabeth Fremantle
Titel:Im Schatten der Königin
Format:Hardcover
Seiten:480
Genre:Historischer Roman
Verlag:C. Bertelsmann Verlag
ISBN:978-3570101780
Preis:19,99 € (eBook 15,99 €)
Wir schreiben das Jahr 1554: Edward VI. stirbt überraschend jung und bestimmt die erst sechzehnjährige Jane Grey zur Königin. Er will unbedingt verhindern, dass seine Halbschwester Mary seine Nachfolge antritt. Doch Janes Regentschaft dauert nicht einmal zwei Wochen, da hat Mary die unerfahrene Jane entmachtet und enthaupten lassen. Doch was geschieht mit Janes jüngeren Schwestern Katherine und Mary? Dass königliches Blut in ihren Adern fließt, wird ihnen zum Fluch, denn die kinderlose Queen Mary fühlt sich schon allein durch ihre Existenz bedroht.

Nach ihrem gefeierten Roman Spiel der Königin hat Elizabeth Fremantle einen neuen spannenden Roman über Liebe und Intrigen am englischen Hof geschrieben.



Meine Meinung zum Buch:

Als mir das Buch „Im Schatten der Königin“ empfohlen wurde, ist in mir sofort der Wunsch entfacht, meinem ehemaligen Lieblings-Genre mal wieder einen Besuch abzustatten. In der Vergangenheit hatte ich schon viele Romane über die Tudor-Zeit verschlungen, doch die Autorin Elizabeth Fremantle war mir bisher nicht bekannt. Schon nach ein paar Seiten hat mich die Geschichte gefesselt. Elizabeth Fremantle ist es gelungen, ein Stück Geschichte zum Leben zu erwecken und ein faszinierendes Portrait der damaligen Zeit zu zeichnen.

Als Edward VI im Jahr 1554 überraschend stirbt, bestimmt er die 17-jährige Jane Grey zur Königin. Doch nach weniger als zwei Wochen auf dem Thron wird Jane von Mary, der Halbschwester des verstorbenen Königs, entmachtet. Die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der es in Mode war, Menschen enthaupten zu lassen oder auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Auch der jungen Jane droht dieses Schicksal, da sie ihrem Glauben nicht abschwören will und Mary Tudor keine Gnade walten lässt. Nach Janes Tod geraten ihre zwei kleinen Schwestern in tödliche Gefahr, denn in ihren Adern fließt ebenfalls königliches Blut. Allein ihre Existenz bedroht den Thron von Königin Mary.

Der Einstieg in das Buch ist mir durch den bildgewaltigen Sprachstil von Elizabeth Fremantle sehr leicht gefallen. Beim Lesen entstehen direkt Bilder im Kopf und hauchen der Geschichte Leben ein. Man hat alles sofort vor den Augen: Die Protagonisten, das höfische Leben und die Kleidung der damaligen Zeit. Die Autorin beschreibt alles so detailliert, dass sie tatsächlich ein Stück Geschichte lebendig erscheinen lässt. Der Dreh- und Angelpunkt des Buches sind zwei Schwesternpaare. Zum einen Mary Tudor, die Tochter von Katharina von Aragon und König Heinrichs VIII, und zum anderen Elizabeth Tudor, Tochter von Anne Boleyn und König Heinrichs VIII. Diese beiden Halbschwestern beherrschen das Schicksal der Geschwister Katherine Grey und Mary Grey. Nachdem Mary Tudor die junge Königin Jane Grey vom Thron stürzte und hinrichten ließ, leben die Schwestern Mary und Katherine Grey in ständiger Angst. Denn sollten sie den Thron von Mary Tudor bedrohen, würde ihnen das gleiche Schicksal blühen wie Jane. Im Gegensatz zu Katherine kann Mary Grey ein relativ angstfreies Leben führen, denn sie ist klein und missgestaltet. Zwar lebt sie unter ständigem Hohn, Missachtung und Spott, doch keiner würde ein krüppeliges Mädchen wie sie auf den Thron setzen. Katherine hingegen ist jung und schön. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist sie nicht sonderlich vernünftig und lässt sich von ihrem Temperament und ihrem Herz leiten, wodurch sie häufig in Schwierigkeiten gerät. Das junge, lebenslustige Mädchen hat keinerlei Interesse am Thron, doch immer mehr Menschen wollen Mary Todor stürzen und sehen in Katherine eine Alternative. Unter der Herrschaft von Mary werden die Menschen zum Katholismus gezwungen und Ketzer gnadenlos verfolgt und verbrannt. In wenigen Jahren verbrennen fast zweihundertfünfzig Menschen als Ketzer auf dem Scheiterhaufen. Dieser blutige Fanatismus brachte Mary in der Geschichtsschreibung den Namen „Bloody Mary (die Blutige) ein. Als schließlich Marys Halbschwester Elizabeth den Thron besteigt, können Mary und Katherine Grey für kurze Zeit aufatmen. Doch auch diese Herrschaft hat ihre Schattenseiten. Die Grey-Schwestern müssen erkennen, dass sie nichts weiter als Spielbälle der Monarchie sind. Niemals wird es ihnen möglich sein, ein eigenbestimmtes Leben zu führen, nur weil in ihren Adern königliches Blut fließt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Mary und Katherine Grey erzählt, wodurch man einen tiefen Einblick in deren Leben bekommt. Zwischenzeitlich erhält der Leser einen weiteren Blickwinkel auf die Handlung durch die Schilderung aus Sicht von Levina Teerlinc. Sie ist mit der Mutter der Grey-Schwestern befreundet und versucht Mary und Katherine zu beschützen, wann immer es ihr möglich ist. Ihre Loyalität für die Familie Grey steht für sie an erster Stelle, noch vor ihrer eigenen Familie. Levina arbeitet als Porträtmalerin und lernt durch ihren Beruf viele Menschen kennen. Dementsprechend kommt ihr auch viel zu Ohren, was sie zu ihrem Vorteil nutzen kann.

Elizabeth Fremantle zeichnet durch ihren bildgewaltigen Sprachstil ein fulminantes Bild der Tudor-Zeit. Dabei gelingt es ihr perfekt, den Leser in der englischen Tudor-Epoche im Leben am Hofe mitsamt seinen Intrigen versinken zu lassen. Die Atmosphäre des Buches ist düster, voller Angst und wenig Licht am Horizont. Der Leser bekommt ein bedrückendes Gefühl für die Rolle der Frauen zur damaligen Zeit. Selbst königliches Blut schützte nicht davor, wie ein Bauer auf dem Schachbrett hin – und hergeschoben zu werden. Wenn es der Königin diente, konnte ein Bauer, egal von welchem Geblüt, auch schnell entsorgt werden. Die Handlung wird durch die Vielzahl an Charakteren mit ihren verschiedenen Zielen und Motiven besonders einprägsam. Die mannigfaltigen Protagonisten wurden hervorragend und facettenreich ausgearbeitet. Überlieferung und Fiktion ergeben zusammen ein authentisches und einprägendes Bild aller Charaktere. Insgesamt sind Schreibstil, Story und Charaktere sind einfach vollkommen stimmig. Ich bin absolut begeistert und kann "Im Schatten der Königin" allen Lesern empfehlen, die gerne in historischen Romanen versinken, die nahe an der Realität gehalten werden.


Fazit:
"Im Schatten der Königin" von Elizabeth Fremantle ist ein bildgewaltiger historischer Roman, der ein faszinierendes und düsteres Bild der Tudor-Epoche zeichnet. Das turbulente Leben der Grey-Schwestern zieht den Leser vollkommen in seinen Bann. Authentisch und realitätsnah erweckt Elizabeth Fremantle ein Stück Geschichte zum Leben. Schreibstil, Story und Charaktere sind vollkommen stimmig und ergeben ein fesselndes Portrait der damaligen Zeit.

„Sisters of Treason” written by Elizabeth Fremantle is a great image, historical novel, which describes a fascinating and dark picture of the Tudor-age. The reader is completely in the spell by the turbulent life of the Grey sisters. Elisabeth Fremantle is reviving a peace of history authentically and realistically. Writing style, story and characters are completely in harmony and result in a fascinating portrait of the then time.


Meine Bewertung:
Schreibstil:5,0 Punkte
Geschichte:4,5 Punkte
Charaktere:4,5 Punkte


Gesamt:
4,7 von 5,0 Eulen





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Kommentare:

  1. Danke für diese tolle und aussagekräftige Rezension! Meine Neugier ist nun erwacht und das Buch kommt gleich mal auf meine ellenlange Wunschliste =)
    LIebe Grüße
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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    1. Liebe Martina,

      hihi, das kenne ich. Meine Wunschliste ist auch viel zu lang :-)

      Liebe Grüße
      Nadine

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  2. Huhu liebe Nadine,

    Ich liebe die Tudors! Das Buch kommt gleich mal auf meine WuLi, damit ich was parat habe, wenn mich wieder das historische packt.

    Liebe Grüße vom Lesemonsterchen Dani

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    1. Hallo Liebes,

      mich packt es zwischendurch auch immer wieder :-) Ich habe mir als nächstes die Tudur-Reihe von Philippa Gregory vorgenommen. Aber erstmal lese ich ein paar Jugendbücher :-)

      Liebe Grüße
      Nadine

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  3. Ahoy Nadine,

    mit dem Buch liebäugele ich schon ein bisschen, aber nach deiner wundervollen und begeisterten Rezension, möchte ich es am liebsten sofort lesen!

    LG, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

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    1. Liebe Mary,

      leider hat es meiner Freundin überhaupt nicht gefallen. Das Buch ist sehr authentisch Und damit grausam und düster. Das sollte man mögen. Es ist wirklich Geschichte zum Leben erweckt und zwar genau so, wie es damals war. Und das war nicht besonders schön :)

      Liebe Grüße
      Nadine

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    2. Ahoy,

      grausam und düster ist okay, dass bin ich von Christine Millman und Cordelia briends "Brombeerblut" gewöhnt... Nur ein Happy End wäre dann toll. *zudirrüberschiel*

      LG, Mary <3

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    3. Huhu :)

      Hmm, dass Buch ist schon sehr authentisch und Happy Ends waren zu dieser Zeit eher selten. Ich fand das Schicksal der Grey Schwestern sehr bewegend. Elizabeth Fremantle hat das Leben der Schwestern so geschildert, wie es überliefert wurde. Beiden hatten ein schweres Leben, das nur von wenigen glücklichen Momenten erhellt wurde. Mir hat das Buch gerade deshalb so gut gefallen. Ein Happy End hätte einfach nicht gepasst, da das Schicksal es damals nicht so wollte.

      Liebe Grüße
      Nadine

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